"In Österreich stinkts"

Sozialdemokratie Ferdinand Lacina, Ex-Finanzminister der SPÖ, über das kränkliche Antlitz Österreichs, seine körperliche Abneigung gegenüber der FPÖ, versäumte Vergangenheitsbewältigung und die Inhaltsleere seiner Partei.

Politik | Gerald John und Patrik Volf | aus FALTER 44/99 vom 03.11.1999

Ferdinand Lacina ist kein Mann großer Gesten. Auch während langer Gespräche pflegt der ehemalige Finanzminister seelenruhig mit verschränkten Armen dazusitzen - was Falter-Fotografen Heribert Corn an den Rand der Verzweiflung brachte. Nur für die "Demokratische Offensive" setzt sich Lacina noch einmal in Szene: Der Sozialdemokrat ist eines der Zugpferde des neugegründeten Komitees, das am 12. November eine Großdemonstration gegen die "Verhaiderung" Österreichs veranstaltet. Auch Kritik an den Koalitionsparteien soll dabei nicht zu kurz kommen. Boshafter Aktionismus, um Partei-"Freunden" eins auszuwischen, kann Lacina - er gilt in der SPÖ immer noch als Integrationsfigur - niemand unterstellen. Das Engagement des nunmehrigen "Erste-Bank"-Konsulenten ist auch aus seiner Biografie nachvollziehbar: Als junger Student an der Universität für Welthandel deckte Lacina 1965 die Affäre um die antisemitischen Äußerungen des Professors Taras Borodajkewicz auf.

Falter: Herr Lacina, gibt


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