Verdrängtes Tonband

Churchill & Hitler Ein unautorisiertes "Falter"-Interview mit Jörg Haider sorgt für Aufregung. Im ORF bezeichnete der FP-Chef seine Vergleiche mit Churchill, Hitler und Stalin "als reine Erfindung". Hat er die beiden Tonbänder vergessen?

Politik | Florian Klenk und Nina Weissensteiner | aus FALTER 44/99 vom 03.11.1999

Wenn Journalisten Politiker interviewen, dann treffen sie meist eine Vereinbarung: Die redigierte und gekürzte Abschrift eines langen Gespräches soll dem Politiker noch einmal vorgelegt werden. Etwaige Missverständnisse, die durch stilistische Glättungen entstehen, sollen ausgeräumt werden. Der Leser erhält sein authentisches Interview, der Politiker kann sicher sein, dass nur seine Worte abgedruckt werden, der Journalist beugt etwaigen Klagen vor. Bei allen Politikern funktioniert diese Usance. Nur nicht bei Jörg Haider. Er gewährte ein Interview und zog es einen Tag später zurück.

Warum? Am 23. September, kurz vor der Wahl, interviewte der Falter nach einer Wahlveranstaltung im Meidlinger Vorstadtcafe Rondo den FPÖ-Chef. Natürlich wurden unangenehme Fragen gestellt. Auch die Antworten dürften dem FP-Chef später unangenehm gewesen sein. Sein "Medienreferent" Karl-Heinz Petritz verweigerte am nächsten Tag die Autorisierung des gesamten Interviews. Der Falter hätte "Fragestellungen


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