Presseschau

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 44/99 vom 03.11.1999

Er müsse "so zehn Jahre alt gewesen sein", erinnert sich der Schreiber eines Leserbriefs im neuen deutschen National Geographic, als seine Mutter einer amerikanischen Kollegin bei den Vereinten Nationen, die von Wien nach New York versetzt wurde, das Angebot machte, 22 Jahrgänge des Magazins bei ihnen unterzustellen. Als die Kollegin nach einem Jahr zu Besuch gekommen sei, habe sie gemerkt, "wie ordentlich ich die Hefte in meinem Zimmer neben der Asterix-und-Obelix-Sammlung eingereiht hatte. Sie fand, dass sie dort sehr gut aufgehoben wären." Mit einem trockenen "Ich habe die Hefte immer noch" endet der romantische Leserbrief.

Geschrieben hat ihn Oliver Lehmann, Chefredakteur des österreichischen Konkurrenzprodukts Universum Magazin. Denn seit Oktober erscheint das legendäre Vorbild mit dem signalgelben Rand auch als deutscher Klon (Moderation: Gruner+Jahr). Fast alles am deutschen National Geographic ist wie im Original. Nur an die Sprache will ich mich nicht gewöhnen.

By the way, Lehmann: 22 Jahrgänge sind gar nichts. Ich habe 37. Selbst gekauft.


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