Allein wie ein Stein

Film Volker Koepp, Dokumentarfilmer aus Sturheit, im Gespräch mit dem "Falter" über seinen neuen Film, seinen berüchtigten Interviewstil und die Produktionsbedingungen in der DDR vor und nach der Wende.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 44/99 vom 03.11.1999

Unterwegs nach Czernowitz, die in der westlichen Ukraine unweit der rumänischen Grenze gelegene Hauptstadt der Bukowina: Der Blick fällt auf ein Feld, das von fleckig dahinschmelzendem Schnee bedeckt ist, unter dem da und dort wieder das Erdreich durchschimmert. In diesem Bild, gleich zu Beginn, ist schon das Thema von Volker Koepps neuem Dokumentarfilm zusammengefasst: "Herr Zwilling und Frau Zuckermann" handelt von einem unaufhaltsamen Verschwinden - dem der alten jüdischen Kultur in Mittelosteuropa, deren letzte Zeugen das Herzstück seiner Erzählung bilden.

Vor sechs, sieben Jahren hat alles angefangen. Damals lernte Herr Zwilling, Berufsschullehrer für Chemie, bei einer Veranstaltung im Jüdischen Gemeindehaus Frau Zuckermann kennen, die mit ihren 90 Jahren, privat und bis heute, Englisch unterrichtet. Seit sechs, sieben Jahren also ist Herr Zwilling jeden Abend zu Gast bei Frau Zuckermann: Sie, eine geborene Optimistin, nennt ihn augenzwinkernd ihren "Ritter ohne Furcht und Tadel"


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