Nudelaug auf Abwegen

Theater Der Josefstadt-Schauspieler Alexander Waechter hat die Leitung des kleinen Theater m.b.H. übernommen. Der Seitensprung in die Subkultur macht nicht nur ihm Spaß.

Kultur | Karin Cerny | aus FALTER 44/99 vom 03.11.1999

Der tote Baum und die Mülltonnen sind da. Alexander Waechter freut sich wie ein kleiner Bub, der einen tollen Streich ausgeheckt hat und nun auf die Reaktionen der Erwachsenen wartet. Sein Streich hat mit Samuel Beckett zu tun: Für seinen ersten Auftritt als Leiter des seit über zehn Jahren in der Zieglergasse beheimateten Theater m.b.H. hat Waechter einen Beckett-Text durchgeboxt, der noch nie auf einer deutschsprachigen Bühne zu sehen war - was nicht daran liegt, dass "Molloy" eigentlich ein Roman-Monolog ist.

Schwierigkeiten machten die in Frankreich lebenden Beckett-Erben, die den Nachlass ähnlich rigoros und dogmatisch verwalten wie die berüchtigten Brecht-Nachfahren. Aber Waechter, der "manchmal ein sturer Hund sein" kann, ließ nicht locker, bis endlich doch die Erlaubnis aus Paris kam. Er darf den Text aufführen, muss allerdings zwei Auflagen befolgen: eine leere Bühne und kein Kostüm. Zum Glück zieht er sich "privat manchmal so an, dass es wie ein Kostüm aussieht", und


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