Weh dem, der träumt!

Theater Martin Kusej verzweifelt an Franz Grillparzers Lustspiel "Weh dem, der lügt!" und beschert Bachlers Burgtheater damit den ersten vollen Erfolg.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 44/99 vom 03.11.1999

Am Ende wird alles nur ein Traum gewesen sein. Gregor, der Bischof, und Atalus, sein Neffe, werden in der Tiefe der dunklen Bühne verschwinden, und vorne an der Rampe werden ein junger Mann und eine junge Frau stehen und ganz allein sein. "Der Traum ist aus", wird Edrita sagen. "Allein die Nacht noch nicht", wird Leon erwidern. Dann wird der Vorhang fallen und tosender Applaus einsetzen.

Der Kärntner Regisseur Martin Kusej hat am Burgtheater "Weh dem, der lügt!" von Franz Grillparzer inszeniert und der Direktion Bachler damit den ersten vollen Erfolg beschert. Fast machte es den Eindruck, als hätten die Zuschauer nur darauf gewartet, endlich einmal ohne schlechtes Gewissen jubeln zu dürfen. Seltsam: Ausgerechnet der Regisseur, der bisher fast überall zunächst auf Ablehnung gestoßen war, wurde im Burgtheater so freundlich willkommen geheißen, dass es fast schon wieder verdächtig ist: Hat Kusej am Ende etwas falsch gemacht?

Die Aufführung beginnt, wie jede Kusej-Inszenierung, mit


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