Kleiner Schock in C-Dur

Musik Drei Tage lang Improvisation zwischen Neuer Musik, Jazz und Elektronik: Hannes Löschel und seine Gruppe antasten suchen nach Erweiterungen des Klaviers.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 44/99 vom 03.11.1999

Nein, ein Podiumsgespräch zum Abschluss seines dreitägigen Konzertmarathons im rhiz hätte Hannes Löschel eher nicht gut gefunden. Obwohl diese Idee des Veranstalters sicher nicht völlig aus der Luft gegriffen war. Denn die freien Improvisationen, die der 36-jährige Wiener Pianist mit verschiedenen Ensembles in vier Auftritten bieten wird, dürften - gerade im rhiz - ausreichend Stoff für Diskussionen hergeben. Vor allem die beiden Abende mit Löschels Gruppe antasten versprechen eine interessante Gegenposition zur Laptop-Improvisation a la Fennesz, Rehberg & Co. Ganz abgesehen einmal davon, dass ausgerechnet im Epizentrum des Wiener Elektronik-Booms drei Tage lang ein Bösendorfer stehen wird.

Seit Februar spielt Löschel gemeinsam mit dem Wiener Elektroniker Josef Novotny und dem Kölner Thomas Lehn in dem Improvisationstrio, das programmatisch nach Mauricio Kagels Klavieretüde "An Tasten" benannt wurde. Von Kagels Ansatz, die romantische Tradition des Klaviers aufzugreifen, ist


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