Aufgeblättert

Kultur | Erwin Quirchmair | aus FALTER 44/99 vom 03.11.1999

Der irische Autor Sebastian Barry wurde bisher vor allem mit Lyrik und Dramen bekannt. Nun liegt sein zweiter Roman vor: "Die Zeitläufe des Eneas McNulty". Ein ambitioniertes modernes Epos. Geschult an Vergils "Aeneis" schildert Barry die Irrfahrten seines Helden. Und liefert zugleich einen groben Abriss der Geschichte Irlands im 20. Jahrhundert. Eneas McNulty: geboren im nordirischen Sligo, Matrose der britischen Handelsmarine, Seemann auf einem Fischkutter, Soldat in der englischen Armee, Arbeiter in Afrika, gestorben in London ... McNultys Schicksal ist beispielhaft. Nicht nur für das vieler Iren, sondern für das Schicksal Tausender Emigranten und Flüchtlinge unserer Tage. Völlig zu Recht lobte Schriftsteller-Kollege Frank McCourt auch die sprachlichen Qualitäten des Romans: Sebastian Barrys lyrische Prosa entwickelt einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Einer der renommiertesten anglo-irischen Erzähler ist William Trevor. Spätestens seit seinem internationalen Bestseller


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