Hier ruht Strolchi

Tierfriedhöfe Auf dem Sierndorfer Friedhof sind Tiere aller Art begraben. Würdevoll unter gravierten Grabsteinen bestattet, lassen sie in größter Ruhe die Attacken ihrer wurmförmigen Genossen über sich ergehen.

Stadtleben | Michael Hafner | aus FALTER 44/99 vom 03.11.1999

Krähen passen gut nach Sierndorf. Dort, wo Wien schleichend in Tschechien übergeht, kreisen sie über einer kleinen Lichtung in einem Waldstück neben der Bundesstraße. Unter ihnen, umgeben von Gestrüpp und Windschutzgürteln, liegen Hunderte Gräber. Ältere Damen spazieren bedächtig dazwischen und bleiben manchmal bewundernd vor einem Grabstein stehen. "Wotan von der Burg Raifbach. Du warst mein Lebenswunsch und die Erfüllung", steht dort etwa geschrieben. Das kunstvoll in den Marmor gravierte Porträt zeigt einen Pudel.

Der Tierfriedhof Sierndorf ist letzte Ruhestätte für Tausende Haustiere. Auf dreitausend Quadratmetern liegen achthundert Gräber, pro Grab dürfen vier Hunde oder sechs Katzen bestattet werden. "Wir haben noch viel Platz", sagt Gabriele Grabl, die den Friedhof seit nunmehr zehn Jahren führt. Nach einigen Wirren ist in ihrer Amtszeit nunmehr Ruhe eingekehrt, die Toten dämmern friedlich dahin. "Genau das ist ja das Schöne: zu wissen, dass der einst geliebte Körper


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige