"Schamlose Banalität"

Little Woodstock Am Samstag moderiert der Soziologe Reinhold Knoll einen Abend für Caterina Valente. Im Interview spricht er über Erotik, Ekstase und die Frankfurter Schule.

Bernhard Knoll | Stadtleben | aus FALTER 44/99 vom 03.11.1999

Der zweite Abend in Little Woodstock ist der Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin Caterina Valente gewidmet. Ihr zu Ehren tragen "Die Tanzgeiger", "www.thefurylovesyou.com", "Das Balaton Combo" sowie "Leon Eisen als Trio" Lieder vor, die die Karriere der Valente charakterisiert haben. Durch den Abend führt der Soziologe Reinhold Knoll, der sich hierfür von seiner hohen Lehrkanzel an verschiedenen Universitäten auf die Ebene des Mainstream begibt.

FALTER: Als ich das Werbeinserat im "Falter" sah, war ich ziemlich schockiert. Dein Porträt wirbt da für einen Caterina-Valente-Abend. Was hat dich in dieses zweifelhafte musikalische Universum verschlagen?

REINHOLD KNOLL: Caterina Valente ist ein kulturspezifisches Phänomen. Einschränkend muss ich aber gestehen, dass ich mich während meiner Jugendzeit gegenüber den Klimata von Alltagsästhetik - insbesondere dem Schlager - eher isoliert habe. Mit dem Beginn des Showbiz und seiner multimedialen Verbreitung war Caterina Valente allerdings

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