Phettbergs Predigtdienst: Große Heilige Barbara, bitte für uns!

Stadtleben | aus FALTER 44/99 vom 03.11.1999

... Was mich umbringt, ist der Neid auf die gelingenden Existenzen ... deshalb werde ich mich defenestrieren ...

"Falter"- und auch "Predigtdienst"-Korrektorin Barbara K. in einem Abschiedsbrief.

Dass die westliche Welt so weit kam, weil wir gerade Aller(sic!)heiligen haben, lag letztlich daran, dass sie den Teufel aus dem Himmel schmiss und eine rigorose Leistungshierarchie im Jenseits eingerichtet hat. Positiv denken, keine Störungen bitte. Nehmen wir zum Beispiel mich: Niemals würden sie mich heilig sprechen: War zuckerkrank und fraß. Fand keinen Halt und verblich früh. War fett und ungustiös und wollte ständig Sex. Alle Vorübergehenden bettelte er an, ihn sexuell zu versklaven oder ihm wenigstens Geld zu geben. Tat die ganze Woche nichts. Pflegte weder sich noch seine Wohnung, noch Beziehungen. Wer sollte so wen heilig sprechen? Oder selig? Würde so wer überhaupt, ohne gründlich im Fegefeuer gereinigt zu werden, in den Himmel vorgelassen?

Auf diese Tradition berief sich der Vorsitzende


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