Arrogantes Amt

Kommentar Kein privates Dienstleistungsunternehmen ginge mit seinen Kunden so nachlässig um wie die Universität Wien.

Vorwort | Gerald John | aus FALTER 45/99 vom 10.11.1999

Beamte an Universitäten entwickeln mitunter ein eigenartiges Dienstleistungsverständnis. "Ich bin nicht dazu da, Mitgefühl zu entwickeln, sondern Gesetze zu vollziehen", blaffte der Bedienstete der Studienabteilung die jungen Menschen vor ihm an. Tausende Studierende waren in den letzten Tagen vor Ende der Einschreibefrist am 29. Oktober in die Universität Wien geströmt, nachdem sie über die Medien von administrativen Problemen bei der Inskription erfahren hatten. Die zuständige Bank hatte die Zahlscheine, mit denen Studenten allsemesterlich inskribieren, nicht rechtzeitig an die Studienabteilung weitergeleitet. Wolfgang Greisenegger, amtierender Rektor der Uni Wien, versprach deshalb, am letzten Tag alle Studiosi abzufertigen, egal wie lange es dauern würde. Mit dem Amtsverständnis der Angestellten hatte er jedoch nicht gerechnet: Die machten den Laden - streng nach Vorschrift - Freitagmittag dicht. Erst Interventionen couragierter Studenten beim Rektor konnten die Bediensteten


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