Stopplichter statt Kerzen

Demo Intellektuelle, Menschenrechtsaktivisten, Künstler und Minderheitsvertreter organisieren mit ungewöhnlichen Mitteln eine Demonstration gegen Rassismus. Die Infrastruktur der Spaßgesellschaft soll für politische Inhalte genutzt werden.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 45/99 vom 10.11.1999

"Nein, nein, nein. Es wird kein Lichtermeer!" Doron Rabinovici hat sich in den vergangenen Tagen den Mund trocken geredet. "Mit dem Lichtermeer hat diese Demonstration nichts zu tun." Es wird auch keine SPÖ-Veranstaltung werden. "Keine Kerzerlmarschiererei nach dem Motto: Wir haben uns lieb und sind gegen das Böse. Wir werden diesmal keine Vereinnahmung zulassen. Diesmal nicht.

Doron Rabinovici, 37, Schriftsteller und Mitglied des Republikanischen Clubs (ein politischer Zirkel, der sich in der Waldheim-Ära gebildet hat), ist einer der Proponenten der Plattform "Demokratische Offensive", die am 12. November in Wien die erste politische Großdemonstration seit langem organisiert. Keine Gedenkfeier, keine Trauerkundgebung, kein Lichtermeer. Eine Demonstration. 50.000 Menschen sollen am Freitag vom Parlament zum Stock-im-Eisen-Platz ziehen. Sie werden keine besinnlichen Kerzen tragen, sondern rot blinkende Fahrrad-Stopplichter anstecken, um damit "gegen die Geisterbahnfahrt Österreichs"


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