"Die SS wartet schon"

Rechtsextremismus Eine SS-Gedenkfeier in Salzburg sorgt alljährlich für Aufregung: Während die Waffen-SS unbehelligt demonstrieren darf, werden Gegendemonstranten gegängelt. Heuer leistete sich der Polizeidirektor einen peinlichen Ausrutscher.

Politik | Karin Jusek | aus FALTER 45/99 vom 10.11.1999

Nationalratspräsident Heinz Fischer erhielt vorige Woche makabre Post - eine schwarze Kranzschleife mit der Aufschrift: "Zum Gedenken der gefallenen Kameraden der Waffen-SS". Absender war der Münchner Künstler Wolfram Kastner, der Fischer ersuchte, dem alljährlichen Auftreten der Waffen-SS auf dem Salzburger Friedhof ein Ende zu bereiten. Kastner protestiert seit 1994 gegen die traditionelle Heldenfeier der alten Kameraden in der Mozartstadt.

Seit Allerheiligen 1954 feiert die SS am Salzburger Friedhof ihre gefallenen Helden mit allen im NS-Staat üblichen Ehren. Aus einem Pressebericht vom 12.11.1954 geht hervor, dass eine Abordnung ehemaliger SS-Männer in Stiefelhosen, weißen Hemden und schwarzen Krawatten einen Kranz vor das Kriegerdenkmal legte. Die Männer traten in militärischer Formation an, eine Abordnung der Salzburger Polizei hielt die Ehrenwache.

Inzwischen hat sich das Ritual verändert: Es marschieren nun auch Kameradschaftsbund und FPÖ mit. Die Kameradschaft IV wird


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