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Wirtschaftsmedien: Das Wiener "WirtschaftsBlatt" feiert die 1000. Ausgabe, die "Financial Times" startet mit 140 Redakteuren in Deutsch, "Focus" plant ein Wirtschaftsmagazin. Der Erfolg dieses Genres scheint nicht aufzuhalten zu sein.

Medien | M.Zwettler, H.Stieger | aus FALTER 45/99 vom 10.11.1999

Leise, aber umso schneller breitet sich eine neue Art von Publizistik aus. Die Zeit verlange nach Einfachem, Durchschaubarem und klar Strukturiertem, hört man. Die Zeit verlange nach Verständnis für Kurse, Profite und Umsatzzahlen. Die Zeit verlange nach einfachen Erklärungen für komplizierte Vorgänge an Börsen und in Vorständen, die dem unkundigen Zuschauer so fremd erscheinen wie die Regentänze eines australischen Stamms. Die Zeit verlangt nach der ihr adäquaten Publizistik. Nicht Politik-, Chronik- oder Kulturjournalisten haben Konjunktur. "Die Wirtschaft", überall das bestimmende Schlagwort, verlangt und produziert natürlich Wirtschaftssjournalisten.

Vor vier Jahren sprachen einige ambitionierte Wiener Verleger beim renommierten deutschen Handelsblatt vor und präsentierten ein Konzept für eine österreichische Wirtschaftstageszeitung, konzipiert als Zweitzeitung. "Ach Mensch, so viel Farbe?", lehnten die Handelsblatt-Herren damals jenes Konzept ab, das sie nunmehr selbst


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