Ritter Sport

Theater Sie wollen nur spielen: Karin Beier inszeniert im Akademietheater "Merlin" von Tankred Dorst.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 45/99 vom 10.11.1999

Wenn Kinder spielen, müssen die Erwachsenen nachher sauber machen. Zum Glück ist die Bühne, die Thomas Dreißigacker für "Merlin" ins Akademietheater gebaut hat, ausgesprochen kindertauglich konzipiert: Die weißen Wände sind abwaschbar, und wenn die Kleinen einmal allzu heftig in die bereitgestellten Farbtöpfe langen, wird das verdreckte Bodentuch einfach abgezogen, und alles ist wieder blitzblank.

Doch der Schein trügt: Im Akademietheater steht kein Kindertheater-Workshop mit Fingermalen und Ritterspielen auf dem Programm, sondern Karin Beiers Inszenierung von Tankred Dorsts "Merlin oder Das wüste Land". Die junge deutsche Regisseurin (die, wie News exklusiv behauptet, die Uraufführung von Elfriede Jelineks "Stecken, Stab und Stangl" inszeniert hat) wurde vor allem mit Shakespeare-Inszenierungen bekannt - was insofern passt, als auch "Merlin" ein Werk von shakespearehaften Dimensionen ist. Das 1981 uraufgeführte Riesenstück (280 Seiten in der Taschenbuchausgabe) ist ein großer,


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