Von Bombay nach Mumbai

Architektur Die asiatischen Megacities könnten zum Wegweiser für einen kreativen Umgang mit jenem urbanen Chaos werden, das den europäischen Städten erst bevorsteht. Der 7. Wiener Architektur Kongress soll zeigen, wie man von Asien lernen kann.

Kultur | Robert Temel | aus FALTER 45/99 vom 10.11.1999

Schon seit einiger Zeit haben die asiatischen Megacities die US-amerikanischen Städte als Faszinosum für europäische Architekten und Urbanisten abgelöst. Ein Grund dafür mag sein, dass sie sich in einem wesentlichen Punkt von amerikanischen "Riesendörfern" unterscheiden: Sie sind nicht nur im Zentrum dicht, sondern auch in den weiter außen liegenden Wohngebieten; kilometerweite Einfamilienhaus-Teppiche gibt es hier nicht. Dass diese Wohngebiete dann oft zu einem großen Teil aus Slums bestehen, ist die andere Seite der Medaille. Parallel dazu fehlt die in Europa wahrnehmbare Disneyisierung der Kernstädte.

Da die meisten dieser Städte ihre explosionsartige Entwicklung in den letzten Jahrzehnten erlebten, scheinen sie gewissermaßen die erste Moderne übersprungen zu haben und direkt in der zweiten Moderne gelandet zu sein. Und da die Städte sowohl in Europa als auch in den USA noch stark der ersten Moderne verhaftet sind, bietet sich Asien als Ort für - je nachdem: utopische oder


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