Liebe Leserin, lieber Leser!

Vorwort | Klaus Nüchtern | aus FALTER 46/99 vom 17.11.1999

Es ist zu hoffen, dass sich das Problem der Existenz von klassischen Nationalsozialisten in absehbarer Zeit auf biologischem Wege löst. Freilich kann man nie sicher sein, ob jüngere Generationen "die Gnade der späten Geburt" (Helmut Kohl) auch zu nützen wissen. Mit der Jugend ist es ja so eine Sache: Sie berechtigt zu den schönsten Hoffnungen, um uns dann wieder bitter zu enttäuschen. So hat etwa die Mehrheit der unter 30-jährigen Männer Jörg Haider gewählt. Aber andererseits konnte man bei der Kundgebung gegen den Rassismus am 12. November ziemlich viele junge Gesichter sehen, "viele offenkundig das erste Mal bei einer Demonstration", wie Armin Thurnher in seiner Nachbetrachtung zu einem "symbolischen Etappensieg" anmerkt.

Jörg Haider wiederum wusste schon zuvor, dass es sich bei der Kundgebung um eine "Lichterlaktion frustrierter 68er" handelt. Selbst beim New-York-Marathon verfolgten ihn "völlig enthemmte Alt-68er". Gefangen im weltumspannenden Stahlnetz der 68er. Und auch

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