"Schwert und Schild"

Kommentar Zehn Jahre nach dem Ende des Kommunismus: Neues aus der Welt seiner Agenten.


Raimund Löw
Vorwort | aus FALTER 46/99 vom 17.11.1999

Der Kommunismus ist geschlagen, die spärlichen Mauerreste in der deutschen Hauptstadt sind zu einer gefragten Touristenattraktion geworden. Ein unerwartetes Comeback droht dagegen dem Schattenkrieg der Agenten aus den Jahren des Kalten Krieges.

Zuerst in der Geschichtsschreibung: Die bevorstehenden Jahrestage des Umsturzes in Prag und Bukarest rufen die eigenartige Rolle der Geheimdienste in der Phase der letzten Zuckungen des sowjetischen Imperiums in Erinnerung. Hatte der sowjetische Geheimdienst KGB doch nach den Prügelorgien der tschechoslowakischen Kollegen auf dem Wenzelsplatz die Idee einer Machtübernahme des Reformkommunisten und Gorbatschow-Studienfreundes Zdenek Mlynars lanciert. Mlynars verstand die Dynamik der demokratischen Volksbewegung und lehnte dankend ab.

Nach wie vor harren die Umstände von Flucht, Gefangennahme und schließlich Exekution des rumänischen Diktatorenehepaares Nikolae und Elena Ceaus'escu der Aufklärung. Der überstürzte Schauprozess gegen den gefangenen

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