Schieß dir in den Kopf!

Kommentar Die Diskussion darüber, ob David Finchers "Fight Club" nun faschistisch oder "bloß" frauenfeindlich ist, greift um einiges zu kurz.

Vorwort | Klaus Nüchtern | aus FALTER 46/99 vom 17.11.1999

"Könnte ich mir aussuchen, jemand anderer zu sein, dann würde ich mich für Brad Pitt entscheiden - das weiß ich aus persönlicher Erfahrung". Ein interessanter Satz. Regisseur David Fincher kann hinsichtlich des Wunsches, Brad Pitt zu sein, auf persönliche Erfahrung zurückgreifen. Und weil er zu wissen glaubt, dass seine ganz persönlichen Sehnsüchte tief im kollektiven (Unter-)Bewusstsein wurzeln, hat er nach der Lektüre von Chuck Palahniuks gleichnamigem Roman den Film "Fight Club" (siehe dazu auch "Streifenweise" auf Seite 22) gedreht. Noch einmal Fincher im Interview mit der Filmzeitschrift Sight and Sound: "Als ich Chucks Buch gelesen habe, errötete ich und fühlte mich schrecklich. Wie konnte dieser Typ wissen, was jedermann dachte?"

Jedermann. Das bin ich. Es ist mir unangenehm, dass ein mir bislang völlig unbekannter Chuck weiß, was ich denke, und deswegen nehme ich die Sache auch sehr persönlich - ich sehe gar keine andere Möglichkeit, aus dem Fight Club des Kinos halbwegs


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