"Ein abgekartetes Spiel"

Zeitgeschichte Caspar Einem über Intrigen der ÖVP, mangelndes Geschichtsbewusstsein im Parlament, großkoalitionäre Geschichtsschreibung und die unbequemen Sitze im Nationalrat.

Politik | Gerald John und Patrik Volf | aus FALTER 46/99 vom 17.11.1999

Das Palais Epstein." Butterweich kommt es Caspar Einem von den Lippen. Das Haus am Ring lässt den Wissenschaftsminister immer noch ins Schwärmen geraten, selbst wenn er es mittlerweile an das Parlament verloren hat und das Haus der Toleranz anderswo eingerichtet werden wird. Wenn es überhaupt zustande kommt. Verkehrslage, Ausblick, Heldenplatz auf der einen, Parlament auf der anderen Seite. Und dann erst die Geschichte. Einem ist angesteckt von der Idee Leon Zelmans, an einem symbolträchtigen Ort ein Haus der erlebbaren Geschichte einzurichten. Und Einem will davon auch nicht abrücken.

FALTER: Herr Bundesminister, wie viele neue Häuser, in denen Geschichte aufgearbeitet wird, braucht die Stadt?

CASPAR EINEM: Auf jeden Fall braucht die Stadt ein "Haus der Toleranz". Es gab vor geraumer Zeit Leon Zelmans Idee, ein Projekt symbolischer Wiedergutmachung zu bauen und gleichzeitig zu zeigen, dass Österreich in der jetzigen Generation keine Scheu mehr hat, offen in die eigene Geschichte zu


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