Der lange Herbst

Regierung Sechs Wochen nach der Wahl gibt es keine Regierung. Viktor Klima reibt sich an der eigenen Partei. Die ÖVP weiß nicht, wie sie aus der selbst auferlegten Oppositionsrolle heraus soll. Ein Überblick über das Universum der Sondierungen.

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 46/99 vom 17.11.1999

Das Ritual spielt sich ein: Bundeskanzleramt, Kleiner Sitzungssaal. Zwei Teams treffen ein, wahlweise über Hauptstiege oder Hintertür - Viktor Klima, Barbara Prammer, Rudolf Nürnberger, Heinz Fischer, Michael Häupl, Karl Stix, Wolfgang Schüssel, Elisabeth Gehrer, Wilhelm Molterer, Andreas Khol, Josef Pühringer. Man winkt den wartenden Journalisten auf der anderen Seite des Hofes. Jede Geste ist dieser Tage interpretationswürdig, jedes durchsickernde Papier ein potenzielles Regierungsprogramm.

Dabei haben Gespräche über eine Regierungsbildung sechs Wochen nach der Wahl noch nicht einmal begonnen. Der Auftrag von Bundespräsident Thomas Klestil, "Möglichkeiten einer Regierungsbildung zu sondieren", erwies sich bisher als wenig fruchtbringend. Dreimal trafen die Teams bisher aufeinander. Doch SPÖ wie ÖVP sprechen lieber zu sich selbst als miteinander, wie etwa letzte Woche: Unterrichtsministerin Gehrer sprach im Rahmen der parteieigenen Zukunftsgespräche davon, Kindern nichtdeutscher


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