Gimme Muhr

Seilschaften Über 100 Brunnen des Bildhauers Hans Muhr existieren in Wien. Um 32 Millionen Schilling wird nun ein weiterer aufgestellt, den im Rathaus eigentlich niemand will. Dafür wünschen sich ihn Helmut Zilk und Hans Dichand. Ein Sittenbild.

Politik | Gerald John | aus FALTER 46/99 vom 17.11.1999

Es war die Weltausstellung 1998 in Lissabon, die den Wahlportugiesen Helmut Zilk von seinem Haus an der Algarve zu einem Ausflug in die schöne Hauptstadt zog. Die "mittelprächtige Ausstellung" zum Thema Wasser im Österreich-Pavillon konnte Zilk aber nicht wirklich beeindrucken. Der Altbürgermeister hätte sich eine intensivere Würdigung des "tollen" Hochquellwassers in der "Weltstadt Wien" gewünscht. Erst als Zilks Blick an einem monströsen blauen Stein hängen blieb, erhellte sich seine Miene. "Der Brunnen ist das einzig wirklich Schöne", schwärmte Zilk. Die Begeisterung schlug aber bald wieder in Grant um, als er hörte, dass sich angeblich einige Städte für den Kauf der bewässerten Skulptur interessierten. "So eine Schande", grummelte Zilk: "Da muss man was unternehmen."

Jetzt unternimmt Wien was. Zehn Millionen Schilling will die Gemeinde demnächst für den Ankauf der im Besitz einer oberösterreichischen Firma befindlichen "Wasserwellenskulptur" hinblättern. Ebenfalls


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