"Das Wohnen nie erlernt"

Literatur Mit der Verleihung des Georg-Trakl- und des Erich-Fried-Preises wird der Schriftstellerin Elfriede Gerstl spät die längst verdiente Beachtung zuteil. Der "Falter" sprach mit ihr über die Zumutungen des Lebens, der Lyrik und des Literaturbetriebs.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 46/99 vom 17.11.1999

Auch wenn sie nicht gerade alle paar Tage in den "Seitenblicken" vorkommt und nicht unbedingt unter übermäßiger Medienpräsenz zu leiden hat, "die Gerstl" kennt man. Zumindest jenen, die einigermaßen verlässlich die Wiener Innenstadt-Cafes frequentieren, ist die zierliche, stets geschmackvoll gekleidete Frau bekannt. Elfriede Gerstl ist wohl das, was man eine "Figur" nennt; etwas, was sie zuallerletzt angestrebt hat und was auch nicht nur Annehmlichkeiten mit sich bringt: "Ich brauche nur ins Alt Wien zu gehen, dann muss ich ein Bier zahlen, Gedichte anderer Leute lesen oder beides."

Es ist anzunehmen, dass Gerstls Bekanntheit als "Figur" und Hutträgerin diejenige der Schriftstellerin übersteigt: "In manchen Kaffeehäusern haben die Ober schon reklamiert, wenn ich einmal nicht mit Hut erschienen bin: ,Frau Gerstl - wieso tragen S' kaan Huat mehr?'" Gerstl will gewiss nicht auffallen, trägt aber leider gerne Hüte; und wie sie in einem ihrer für den Falter verfassten und im Band


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