Spiel, Spaß, Spannung

Film David Cronenbergs Fantasy-Thriller "eXistenZ" schreibt sich genau so, handelt vom gleichnamigen Computerspiel, sieht aus wie ein Selbstzitat, erinnert an Hitchcock und bleibt dabei völlig entspannt.

Kultur | Drehli Robnik | aus FALTER 46/99 vom 17.11.1999

Unlängst meinte David Cronenberg in einem Interview, dass die Moderatoren von Sex-Talkshows vor nicht allzu langer Zeit noch von der Zensur verfolgt und eingesperrt worden wären, vielleicht in eine Zelle mit Joyce und Burroughs. Der Gedanke, wonach das Verbrechen, der Regelbruch, der Skandal von gestern in der Alltagsnormalität von heute aufgehen, ist für "eXistenZ" und Cronenbergs Filme insgesamt von Bedeutung. In seinem Hightech-Verschwörungsthriller "Scanners" (1980) wählt sich eine der telepathisch begabten Titelfiguren von einer Telefonzelle aus in den Rechner eines Konzerns ein, um dessen Datenbanken zu scannen. Bis weit in die Achtzigerjahre war das Aufregende und Fantastische daran nicht nur das telepathische Duell zwischen elektronischem und menschlichem Gehirn, sondern schon allein die Annahme, dass es einfach so möglich sei, übers Telefon mit anderer Leute Computer zu kommunizieren. Heute tun das praktisch alle, und man nennt es nicht einmal mehr Daten-Highway.

In "Videodrome"


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