Mach dir keine Sorgen!

Musik Die neue Göttin des Chansons kommt natürlich aus Paris. Sie ist fast so klein wie die Piaf und heißt Mouron.

Kultur | Helmut Schödel | aus FALTER 46/99 vom 17.11.1999

Es mag zur Zeit an vielem mangeln, an Diven und Diseusen aber nicht. Das Chanson d'amour findet nicht mehr auf Himmels-, sondern auf Karriereleitern statt, und auf Sprosse sieben herrscht furchtbares Gedrängel. Dort treffen sie sich, die Marlenes, die Piafs, die Knefs von heute, die von der Diseuse zur Diva aufsteigen wollen.

Sie führen uns, nicht selten parodistisch, zurück in die Welt der großen und der reduzierten Gefühle: Lachen oder Weinen, Lieben oder Sterben. Sonst nichts. "Es gibt Tage, an denen das ganze Elend nicht mehr zu durchschauen ist", sagt Georgette Dee. Das ist dann die Stunde des "Parles-moi d'amour", die Stunde der Zigarettenspitzen und der Champagnergläser. Dann stürzen sie auf die Bühne, duschen im Spotlight, drapieren sich neben einen Flügel, wringen mit beiden Händen die Mikrofone aus und träumen vom Elend, aus dem die Liebe kommt.

Mit diesem Himmelsleiter-Theater haben die Auftritte der Mouron wenig zu tun. Ihre Kunst ist das klassische Chanson, und mit


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