1:0 für den Exoten

Musik Wie die lebende Reggae-Legende Horace Andy seine Freunde von Massive Attack austrickste.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 46/99 vom 17.11.1999

Eigentlich bin ich sauer auf Massive Attack", sagt Horace Andy. Sein bekifftes Lächeln entschärft die harten Worte: "Ich habe auf drei Platten von Massive Attack gesungen, aber sie haben nicht einen einzigen Song auf meinem Album produziert. Das ist eine Schande."

Horace Andy zog vor fünf Jahren nach London, nachdem Bristols Trip-Hop-Tüftler Massive Attack ihn 1990 als ständigen Gastsänger aus der Vergessenheit geholt hatten. In seiner jamaikanischen Heimat hatte er - in stillem Protest gegen das dort herrschende Tantiemenunrecht - schon seit langem keine Platten mehr gemacht. Ein Plattenvertrag bei Massive Attacks Label Melankolic sollte dem singenden Familienvater mit dem samtigen Vibrato aus der misslichen Finanzlage helfen. Zuerst erschien eine Compilation alter Hits, dann begann Horace gemeinsam mit Massives Reggae-Flügel Daddy G am Comeback zu schmieden.

Als die hochkarätigen englischen Mitmusiker, die der Produktion das nötige Styling verpassen sollten, sich aber allzu lange


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