Slowenenproblem?

Kommentar Über Rassismus und dessen "objektive" Ursachen. Zur Klärung eines Begriffs.

Vorwort | Oliver Marchart | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Seit der Wahl tobt unter den Intellektuellen eine Debatte um die Ursachen von Rassismus. Gut so. Was diese Debatte offenbart hat, ist eine seltsame Unbedarftheit in Sachen Rassismusforschung. Eine naive Vorstellung von Rassismus, die Erklärungsmuster von FPÖ, SPÖ und ÖVP unhinterfragt aufnimmt und zu Zeitungskommentaren weiterverarbeitet. Diese Unbedarftheit vereinte in der Debatte unter anderem die Philosophen Konrad P. Liessmann, Alfred Pfabigan und Robert Pfaller mit den Denkern der österreichischen Bischofskonferenz. Letztere hatten in einer Erklärung unterschieden zwischen offenem Rassismus einerseits und "ernst zu nehmenden Sorgen über ein mögliches Zuviel an Einwanderung" andererseits. Obwohl vorsichtig formuliert, liegt in diesen Unterscheidungen das Problem: Rassismus tritt nämlich nicht nur mit dem Baseballschläger in der Hand auf, sondern gerade auch im Gewand der "ernst zu nehmenden Sorgen", der "berechtigten Ängste" und der "objektiven Grundlagen". Aber wer definiert,


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