Dolm der Woche: Paul Tremmel

Politik | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Man will ja gerne glauben, dass Politiker verstehen, wovon sie reden. Volksvertreter wie der steirische Landtagsabgeordnete Paul Tremmel von der FPÖ belehren uns leider eines Besseren. Einen Antrag des LIF, Beschneidung von Frauen als Asylgrund anzuerkennen, kritisierte Tremmel mit dem Argument, dass in Afrika ja auch Männer beschnitten würden: "Es gibt heute Eunuchen, nach wie vor. Das ist genau das Gleiche." Zur Aufklärung Tremmels: Weibliche Beschneidungen sind Verstümmelungen, unter denen Frauen lebenslang leiden. Bei Beschneidungen von Männern handelt es sich hingegen um vergleichsweise harmlose Eingriffe. Und die, Herr Tremmel, gibt es nicht nur in Afrika, sondern auch in Österreich. Um weiteren Missverständnissen vorzubeugen: Mit der Zeugungsfähigkeit von Österreichern haben Beschneidungen genauso wenig zu tun wie Hormontabletten mit der Geburtenrate von Ausländerinnen.


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