"Nötig geschlagen?"

Justiz Im Fall "Dr. C." liegt nun das schriftliche Urteil vor. Die Justiz fand erstmals harte Worte für den Umgang der Polizei mit Afrikanern. Konsequenzen gibt es keine. Die Beamten fühlen sich ungerecht behandelt.


Florian Klenk
Politik | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Sein Name ist mittlerweile zum Reizwort der Wiener Polizei geworden: "Dr. C.". Vor einem Jahr deckte der Falter auf, dass der österreichische Betriebswirt afrikanischer Abstammung bei einer Polizeikontrolle im 22. Bezirk schwer verletzt wurde. Ende August wurden die Vorwürfe, die Dr. C. gegenüber Beamten des Kommissariats Donaustadt erhob, durch das Gericht bestätigt. Zwei Beamte wurden - nicht rechtskräftig - zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt, weil sie Dr. C. "Schläge gegen den Körper versetzten". Mit schweren Folgen: Zerrungen des Handgelenkes, der Scheitelregion, des Brustkorbs, der Lendenwirbelsäule, am rechten Kniegelenk und an der Peniseichel. Nun liegt die schriftliche Urteilsbegründung von Richter Gustav Rothmayer vor. Der geht mit der Polizei hart ins Gericht. "Übergriffe von schwarzen Schafen", so führt der Strafrichter aus, "werden in der Regel kaum geahndet, da in den meisten Fällen völlig gleich lautende Aussagen durch deren Kollegen vorliegen und sonstige

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