Presseschau

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Zeitunglesen war bis vor nicht allzu langer Zeit an den Kauf einer Zeitung gebunden. Wir gingen dafür in Trafiken, suchten Kolporteure auf oder schlossen Abonnements ab. Auch heute noch ist das ein weitgehend üblicher Vorgang, um öffentliche Information zu beziehen. Nur: Geschrieben muss heute nicht mehr nur gedruckt bedeuten. Haben doch die meisten Zeitungen und Magazine Online-Ausgaben ins Netz gestellt. Allerdings beherrschen die wenigsten ihrer Herausgeber das Medium "Online". Online sein, liebes Format, bedeutet mehr, als ein flaches Verlagsprospekterl im "Internet zu haben", Online, liebes profil, will auch bedeuten, dass es mittlerweile zum guten Ton gehört, Archive benutzerfreundlich, will heißen gratis ins Netz zu stellen. Online muss nicht zwangsläufig heißen, liebe Krone, mit "erotischen Diashows" und Cyberschnickschnack-Gewinnspielen billige Page-Impressions zu keilen. Online kann schnell und kompetent zugleich sein, unvergebührt und unverpeepshowt. Und es kann das Medium als reaktiv statt reaktionär begreifen. Leser zu glühenden Kommentatoren machen. Wie der Standard, die beste Online-Ausgabe des Landes.


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