Fernsehen

Medien | Sigrid Neudecker | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Es tut mir Leid, aber: Es geht nicht. Ich drehe den Fernseher auf und gerate in "Absolut life". Daselbst ausgerechnet in einen Beitrag über einen Swingerclub, der seinesgleichen sucht.

Nichts gegen Swingerclubs. Nichts gegen TV-Beiträge darüber.

Nur: Das Thema Swingerclubs ist ungefähr so aktuell, neu und spannend wie die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten. Die Aufbereitung war jedoch von dermaßen plump-spekulativer Offensichtlichkeit, wie es sich gerade einmal "Strip!", die einschlägige neue Show auf RTL2 (Samstag- Abend) erlauben darf.

Auch beim Swingerclubbeitrag in "Absolut life" waren jede Menge Titten zu sehen. Schräg hinter den Interviewpartnern wurden strategisch günstig Pärchen plaziert, die Kopulationsbewegungen ausführen mussten. Dazwischen gab es sie auch in Nahaufnahme. Ob der Umstand, dass sie alle noch die volle Unterwäsch anhatten, ein Spezifikum des porträtierten Clubs ist, blieb ungeklärt. Wie viel der Club für die als journalistischer Beitrag getarnte Werbeeinschaltung gezahlt hat, auch.


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