Kommentar: Michael Heltau ist nicht zu fassen

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Er ist so sexy wie Willi Kralik, so charmant wie Hans Hermann Groer und so gefährlich wie Alfons Haider. Er heißt Michael Heltau und spielt die Hauptrolle in Edward Albees neuem Stück "Das Spiel ums Baby", das im Akademietheater am Wochenende seine deutschsprachige Erstaufführung erlitt.

Das Stück treibt ein nicht sonderlich spannendes, aber auch nicht ganz uninteressantes Spiel mit der Theaterrealität: Ein junges Paar mit Baby wird von einem älteren Paar heimgesucht, das zuerst die Gunst des Publikums auf sich zieht und sich dann daran macht, die jungen Leute in den Wahnsinn zu treiben. Sie nehmen ihnen das Kind weg und verunsichern sie in der Folge so tiefgreifend, dass die jungen Eltern schließlich abstreiten, jemals ein Kind gehabt zu haben.

Wenn man will, kann man ein solches Stück Edelboulevard durchaus auf den Spielplan setzen; und es ist auch legitim, für Publikumslieblinge wie Kitty Speiser oder eben Michael Heltau - die in der Ära Peymann wenig gespielt haben - ein Stück


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