Kampfloser Sieg

Kulturpolitik Vergangene Woche eroberte die FPÖ den Vorsitz im parlamentarischen Kulturausschuss - ohne Gegenwehr.

Patrik Volf | Kultur | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Neulich in Venedig: Michael Krüger, freiheitlicher Kutursprecher, hatte das Boot am Lido kaum bestiegen, als ihn ein Mann höflich aufforderte, wieder auszusteigen. Der Autor Gerhard Rühm wollte partout nicht mit einem FPÖ-Mandatar vom Biennale-Gelände wieder in die Stadt retour schippern und tat dies lautstark kund. Krüger stieg dennoch nicht aus, also tat es Gerhard Rühm.

Beim Falter-Gespräch in Wien: Michael Krüger sitzt in der Parlamentscafeteria, nippt an einem Mineralwasser und reflektiert über das Verhältnis der FPÖ zu Kunst und Künstlern: "Verbesserungsfähig." Das sei das Klima auf jeden Fall, meint Krüger reuig und fühlt sich missverstanden. Es gebe "Vorurteile" seitens einiger Künstler gegen seine Partei. Zu Unrecht. Motto der FPÖ sei doch immer schon gewesen: "Im Zweifel für die Kunst". Von den einstigen Plakat-Aktionen seiner Partei gegen Claus Peymann, Rudolf Scholten und Elfriede Jelinek will sich Krüger nicht distanzieren. "Gegen Künstler, die politische

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