So haben wir geheult

Film Noch bevor Gianni Amelios jüngster Film "Cosi ridevano" in die Kinos kommt, bot die Kinova, das neue Festival des Europäischen Films in Wels, die Möglichkeit zum Vergleich.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Die Geschichte zweier ungleicher Brüder, erzählt in gedämpften Farben und Cinemascope: Giovanni (Enrico Lo Verso), weder des Schreibens noch des Lesens mächtig, plagt sich durchs Leben, um dem jüngeren Pietro (Francesco Giuffrida) ein Studium zu ermöglichen, mit dem dieser insgeheim aber längst abgeschlossen hat.

Der Ort ist Turin, das Jahr 1958 und Giovanni schon allein wegen seines sizilianischen Dialekts ein Paria der Gesellschaft. "Cosi ridevano" (dt. Titel: "So haben wir gelacht") versteht sich als "kritischer Beitrag" zur italienischen Nachkriegsgeschichte, zu jenem sozialen Gefälle, das die beiden Protagonisten des Films aus dem Süden in den Norden verschlägt. Regisseur Gianni Amelio, 1945 in Kalabrien geboren, weiß, wovon er erzählt: Seine Karriere beim Film begann mit einer Reise, die er, kaum 20-jährig, nach Rom unternommen hat.

Der große, gesellschaftliche Konflikt spiegelt sich im kleinen, familiären Konflikt wieder: Giovanni geht schlecht bezahlten Arbeiten nach,


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