Aktenzeichen Projekt XY

Film Ein Studentenstreich als Horror-Welterfolg: Junge Leute, die an Hexen glauben, verirren sich im "Blair Witch Project". Die einen im Wald, die anderen im Internet.

Kultur | Drehli Robnik | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Der letzte Sommer war ein Horror-Sommer, zumindest in den US-Kinos, woraus sich für Österreich ein Horror-Winter ergibt: "The Haunting" blockiert noch mehrere Säle, mit "House on Haunted Hill" kommt bald ein weiterer Spukhaus-Film, und "Stigmata" weckt in den USA gerade Erinnerungen an den "Exorzisten" (dessen Hauptdarstellerin ausgerechnet Linda Blair hieß).

"The Blair Witch Project" reitet auf einer Welle mit, die den Horror verschiebt: von der an Ekelgrenzen rührenden Fleischlichkeit des body horror im Splatter und Cyberpunk der Achtziger hin zu einem eher atmosphärischen Gruseln. Schon 1998 deuteten die spukhausartigen Sci-Fi-Ambientes von "Event Horizon" und "Sphere" eine neue Unheimlichkeit an, die sich nun prätechnologischer Sujets bedient: Geister, Teufel oder eben der "Blair Witch", einer Hexe in den Wäldern von Blair, unweit von Washington. Von der sieht man im nach ihr benannten Film nur Spuren, hört man nur Schreie und Rascheln im Wald. Gezeigt wird sie nicht, paradoxerweise


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