Kinesen ohne Kontrabass

Tanz Bert Gstettner, der Uderzo der Tanzperformance, zeigt mit seinem Tanz*Hotel im WUK seinen neuen Comic.

Kultur | Helmut Ploebst | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Ein Pianist mit Telly-Savalas-Glatze rührt schön und fein an die Tasten des Flügels im Bühnenhintergrund. Weiter vorne wird getanzt. Ein dünner, singender Ton beginnt sich in die Klänge zu mischen. Hinter dem Klavierspieler löst sich eine Gestalt aus dem Schatten - dunkles Kleid, ein üppiger schwarzer Hut. Einige Melodiefetzen entschlüpfen den Lippen dieser seltsamen Soubrette.

Was da wie aus tiefem Schlund gewürgt wirkt, steigert sich konsequent zu einem makabren Vokaldesaster. Kein Wunder, denn in dem Kostüm der Sängerin steckt der Linzer Performer und Frontman bei Fuckhead, Dietmar Bruckmayr. Sein Auftritt ist eine der geschmalzensten Zutaten in dem dreigängigen Menü "Cut*A*Way", das die Küche von Bert Gstettners Tanz*Hotel zur Zeit im WUK auftischt. Ähnlich entzückende Augenblicke gibt es nicht wenige in dem Tanzperformance-Triptychon, dessen Einzelteile, "Kinesen", "Plateau" und "Suite" bereits in Wien, Skopje und Kairo Probestarts hatten. Jetzt ist die Arbeit komplett.


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