No Funk, no function

Musik Spottet der weiße Schmuddel dem schwarzen Sexbeat? Auf seinem neuen Album "Midnite Vultures" betritt der Tausendsassa Beck heikles Terrain.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Knappe vier Jahre ist es her, seit Beck mit seinem dritten Album "Odelay" den popkulturellen Konsens der Mittneunziger festschrieb. Seine Formel sah radikal aus, fungierte aber effektiv als friedfertige Versöhnung von HipHop und Retro, Gitarrengeschrummel und Sampling-Technologie: Endlosschleifen von fiepsendem Sixties-Trash, kombiniert mit eingestreuten Scratches und durchs Fuzz-Pedal geschickten Gesangslinien, Cowboyhüte, Slide-Gitarren und ein gewisses Mariachi-Element hielten Einzug ins reformierte Vokabular des "klugen" Popsongs.

Während der vormals nur mit Beatbox und Gitarre ausgestattete Einzelgänger Beck über zweieinhalb Jahre als stolzer Kapitän einer vielköpfigen Groove-Maschinerie auf Welttournee ging, nisteten sich unzählige Bands wie Gomez, Scott 4 oder die Beta Band im von ihm erschlossenen Territorium ein. "Ursprünglich wollte ich den Sound von ,Odelay' perfektionieren", murmelt ein müde wirkender, bartstoppeliger Beck hinter dunkelgrünen Sonnenbrillen bei unserem


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