Babylon in New York

Musik Für seine CD "Bestimmung New York" verwendete Bernhard Gal ausschließlich Sprechstimmen. Trotzdem wurde Musik daraus.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich - nicht." Mit mehr als angenehmem Timbre klingt eine Frauenstimme aus den Lautsprechern, wiederholt die verwirrende Liebeserklärung, phrasiert rhythmisch so markant, dass spätestens nach der dritten Wiederholung beim Hörer das imaginäre Schlagzeug im Kopf einsetzt. Doch der erwartete Break kommt nicht.

Für seine erste CD "Bestimmung New York" verwendete Bernhard Gal ausschließlich Sprechstimmen, für jedes Stück in einer anderen Sprache: Deutsch, Englisch, Ungarisch, Baskisch, Kantonesisch oder Urdu. "Eine Sprache, die man nicht versteht, nimmt man als reines Klangerlebnis wahr", erklärt der 28-jährige Tontechniker und Musikwissenschaftler sein Konzept in bester Musique-concrete-Tradition. "Diese Loslösung von Wörtern und Sätzen aus ihrem semantisch-funktionalen Kontext interessiert mich."

Also bat er während seines Zivildienstaufenthaltes in New York einige Bekannte, ihm zusammenhangslose Sätze ("Ich liebe dich", "Ich heiße ...",


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