Musikalisches Gedächtnis

Musik David Saltiel, Kantor der Synagoge von Thessaloniki, rettete sephardische Lieder vor dem Vergessen - und interpretiert sie mit beschwörender Stimme.

Kultur | Klaus Taschwer | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Die Wurzeln der Musik von David Saltiel reichen weit zurück in die Vergangenheit. Und es bedurfte einiger glücklicher Zufälle, dass sich die von ihm interpretierten sephardischen Lieder bis in die Gegenwart erhalten haben. Die unvergleichliche Musik des Kantors der Synagoge von Thessaloniki verweist zugleich aber auch auf die hierzulande wenig bekannte Geschichte der sephardischen Juden am Balkan.

Diese Geschichte begann im Jahr 1492, als die Herrschaft der Mauren in Spanien endete, was in der Folge zur gewaltsamen Vertreibung der arabischen, aber auch der jüdischen Bevölkerung führte. Die jüdische Gemeinde Spaniens umfasste damals rund 200.000 Angehörige und war die bedeutsamste der damaligen Zeit. Ihr Exodus führte die Sephardim bzw. Spaniolen in verschiedenste Gegenden - nach Nordafrika ebenso wie nach Italien und in die Balkanregion.

Rund 20.000 Sephardim ließen sich Ende des 15. Jahrhunderts im damaligen Saloniki nieder und machten die Küstenstadt im heutigen Griechenland


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