Liebe auf den dritten Blick

Comics Mit einiger Verspätung kommen die unspektakulären, aber nichtsdestotrotz innovativen Comics von Lewis Trondheim auf den deutschsprachigen Markt: witzige und selbstironische Alltagsgeschichten für urbane Thirty-somethings.

Kultur | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Als Nachnamen wollte ich einen Städtenamen, aber Lewis Bordeaux oder Lewis Toulouse klang nicht so gut. Da fiel mir diese Stadt ein, Trondheim ..." Und seitdem fallen dem französischen Zeichner und Texter unter dem Pseudonym Lewis Trondheim jede Menge witziger, von einem neuen Erzählstil geprägter Geschichten ein, von denen in den Neunzigerjahren jedes Jahr mindesten drei oder vier neue Alben erschienen.

Trondheims Comics waren wegweisend für die Entwicklung der franko-belgischen Comicszene, nicht nur, weil sie die Ablöse der Generation der großen alten Männer wie Moebius und Hermann einläuteten, sondern auch, weil sie die Verlagslandschaft veränderten. Anstatt sich, wie bisher von den Zeichnern angestrebt, per Vertrag an eins der großen Verlagshäuser zu binden, gründete Trondheim mit seinen Künstlerkollegen Jean-Christophe Menu, Stanislas und Killoffer die Zeichnervereinigung L'Association. Neben dem Zugang zu alternativen Organisationsstrukturen eröffnete dies den Zeichnern


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