Kunst kurz

Kultur | Vitus H.Weh | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Minusgeschäft Elf Monate lang hat Andreas Wegner durchgehalten mit seinem "Point of Sale". Stationiert war der Kunst-Greißler in der Schleifmühlgasse, Ecke Operngasse. Die Waren von Bioläden und Supermärkten - üblicherweise streng getrennte Welten - standen in seinen Regalen einträchtig beieinander und erlaubten den Vergleich zwischen Qualität und Preis. Wer wollte, konnte in umfangreichem ökologisch-ökonomischem Informationsmaterial schmökern, ein kleines Cafe mit vegetarischer Kost gab es auch. Vergangene Woche hat "Point of Sale" zugesperrt. Ein 900.000-Schilling-Defizit aus den laufenden Betriebskosten hatte sich aufgetürmt. Nachdem sich ein Nachnutzer für die Einrichtung fand, steigt Andreas Wegner nun mit viel Erfahrung und 300.000 Schilling Schulden aus. Das nächste Ziel des Berliner Künstlers Eine Dokumentationsausstellung als eine Art Geschäftsbericht.

Karo-Karacho Für viele Wiener ist das heranwachsende Museumsquartier immer noch der "Messepalast". Schuld daran ist nicht zuletzt der Reklameturm der Messe AG, der - unübersehbar an der viel befahrenen Zweierlinie vor dem Museumsquartier - bis vor kurzem noch in Betrieb war. Um dieses Überbleibsel zu kapern, wurde im Rahmen von "Kunst auf der Baustelle" Heimo Zobernig zur demonstrativen Umwidmung eingeladen. Seine Lösung (ab 25.11.) sieht eine Art maßgefertigten "Riesensocken" aus Lkw-Plane vor, der dem Ständer als Ganzes übergezogen wird. Bedruckt mit einem Karomuster und der Aufschrift "Museumsquartier" erinnert die bunte Haube an die Signalfahnen aus dem Motorsport. Dementsprechend der Titel der Arbeit: "Karo-Karacho".

Kunst-Film Zwei Möglichkeiten der Ausstellung von Film: Im Künstlerhaus-Kino läuft derzeit eine Filmschau (letzte Termine: 28.11. und 5.12.) des kanadischen "Philosophen der Sinne", Michael Snow, während im Foyer davor (Kinogalerie, bis 1.12.) Christian Wachter eine Zeltplane aufgespannt hat.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige