Nüchtern betrachtet: Sorgen, Schuppen und kein Schlagzeug

Kultur | aus FALTER 47/99 vom 24.11.1999

Wer zu den privilegierten Personen zählt, die von der jahreszeitlich bedingten Verminderung der Lux-Werte nicht in eine grandiose Herbstdepression gestürzt werden, sollte sich eine Frage stellen: Wie kann ich Licht sein für Menschen, auf deren Herzen ein Schatten liegt? Woher den Frohsinn nehmen, in düsteren Zeiten? Was tun, wenn man Geburtstag, aber auch viel Sorgen, Schuppen und kein Schlagzeug hat? Schlagzeuglos in den Herbst unseres Missvergnügens gestoßen - das ist die volle Härte. Zum Glück habe ich wenigstens viel Geld. Das liegt auf meinem Konto und schreit: "Lass mich raus, lass mich raus!" "Gut", antworte ich, "aber wenn du mir schon keine Zinsen bringst, musst du etwas tun für mich." "Ich bringe Licht in dein Gemüt", versprach mir das Geld. "Blödsinn!", herrschte ich es an. "Jeder gute Christenmensch weiß, dass Geld nicht glücklich, sondern bloß reich macht!"

Nach einem kleineren Disput zum Thema Bravsein & Erlösung befreite ich mein Geld und schenkte mir zum Geburtstag


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