Speed-Kings

Drogen Nicht überall, wo Ecstasy draufsteht, ist auch Ecstasy drin. Das Team "ChEck iT" testet Drogen auf Rave-Partys.

Politik | Gerald John | aus FALTER 48/99 vom 01.12.1999

Das Rave ist noch nicht wirklich warmgelaufen. Wenige Gäste schütteln auf der Tanzfläche der Sofiensäle ihre Körper zu den metallenen Techno-Rhythmen. Nur in einem schäbigen Hinterzimmer herrscht reger Betrieb. Dort spielt sich Unerhörtes ab: Hinter schweren, dunklen Vorhängen ist ein Drogenlabor versteckt.

Polizisten können ihre Handschellen dennoch am Gürtel baumeln lassen. Denn Drogen werden im improvisierten Labor nicht ver-, sondern lediglich gecheckt. Rave-Gäste können dort erworbene Ecstasy- und Speed-Pillen von sieben Chemikern anonym auf ihre Zusammensetzung testen lassen. Dieses wissenschaftliche, europaweit einzigartige Projekt läuft unter dem Namen "ChEck iT!" und wird von der Gemeinde Wien finanziert.

Die bisherigen acht Testaktionen auf Raves brachten teils abenteuerliche Ergebnisse. Bei den ersten 370 Proben enthielten nur 37 Prozent der als Ecstasy gekauften Substanzen auch tatsächlich eines der als Ecstasy bekannten Amphetaminderivate. Der Rest enthielt Amphetamin


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige