"Wir Sikas sterben aus"

Abschied Generaldirektor Michael Sika über das Böse, die zahnlose Unterwelt, den Fall Omofuma, seine Rolle als josephinischer Beamter und sein schlechtes Gehalt.

Politik | Florian Klenk und Armin Thurnher | aus FALTER 48/99 vom 01.12.1999

Wenn Terroristen gefasst oder Geiseln befreit wurden, stand er stets neben dem Innenminister. Wenn Unangenehmes zu verkünden war, stand er meist allein vor den Kameras. Er, der geheime Innenminister. Wenn Michael Sika Ende dieses Jahres in den wohlverdienten Ruhestand tritt, geht eine lange Beamtentradition zu Ende. Seit Joseph II. sind die Mitglieder der Familie Sika Beamte. Michael Sika hat es vor zehn Jahren zum Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit und damit zum de facto mächtigsten Beamten im Innenministerium geschafft. Auch wenn Michael Sika das niemals zugeben wird, er weiß, dass er weit mächtiger war als der Innenminister selbst. In seine Amtszeit fielen die Briefbomben-Causa und der Fall Omofuma. Mit seinen Wünschen für die Polizei hat er sich fast immer durchgesetzt. Lauschangriff, Rasterfahndung, DNA-Analyse wurden von ihm forciert. Ab 1. Jänner 2000 wird Michael Sika von Polizeichef Erik Buxbaum abgelöst.

FALTER: Herr Generaldirektor, wo in Österreich wohnt


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