"Saublöd und patschert"

Omofuma Kein Ende der Pannen: Das Innenministerium geriet in Verdacht, bei jenem bulgarischen Gerichtsmediziner interveniert zu haben, der Marcus Omofuma obduzierte. Die Justiz vergisst jenen Arzt zu vernehmen, der den Tod feststellte, und Karl Schlögl hat die Öffentlichkeit falsch informiert.


Florian Klenk
Politik | aus FALTER 48/99 vom 01.12.1999

Wenn Professor Stojcho Radanov, Gerichtsmediziner in Sofia, das Wort "Innenministerium" hört, weiß er, was ihn erwartet. Kommunistische Innenminister waren nicht gerade die feinsten.

Wenn nun ein österreichisches "Innenministerium" gerade dann ständig anruft, wenn Professor Radanov damit beschäftigt ist, Marcus Omofuma zu sezieren, dann ist es nicht verwunderlich, dass Professor Radanov in bulgarisch gefärbtem Französisch "Keine Interventionen!" in den Hörer hineinschreit, bevor er ihn aufknallt.

Am anderen Ende der Leitung wusste ein hoher österreichischer Beamter nicht, wie ihm geschah: Reinhard Mörz, Leiter des Chefärztlichen Diensts im Innenministerium. Er ist nicht nur für das Wohlergehen von Bundespräsident Thomas Klestil, sondern auch für die medizinische Betreuung von Flüchtlingen verantwortlich: "In schlechtem Französisch habe ich versucht, dem Professor die Krankengeschichte Omofumas zu übermitteln."

Der Hintergrund: Drei Tage nach dem Tod Omofumas wusste das Innenministerium

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