Einmal Boulevard und zurück

Magazine Zehn Jahre nach den Achtzigerjahren ist auch ihr Zentralorgan am Ende: Der Versuch, aus dem "Wiener" wieder eine Zeitgeistzeitschrift zu machen, ist gescheitert.

Medien | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 48/99 vom 01.12.1999

Die aktuelle Ausgabe des Wiener ist eine so genannte "Jubelnummer". Mit diesem Terminus werden in der Branche Hefte bezeichnet, in denen sich ein Produkt selbst feiert. 20 Jahre ist der Wiener alt, aber zu feiern gibt es nichts: Die aktuelle Ausgabe des Wiener ist zugleich die letzte ihrer Art.

Andreas Wollinger hat schon mehr gelacht. Dass der Wiener verkauft wird, erfuhr der Chefredakteur aus dem Internet, in der Online-Ausgabe des Standard. Unmittelbar danach machte Wollinger sich daran, die "Jubelnummer" zu produzieren. Die bittere Ironie, die darin liegt, ist ihm nicht entgangen. Zitat aus der soeben erschienenen Schlussnummer: "Andy Warhol ist tot. Falco ist tot. Der deutsche Wiener, Tempo und Basta - alle längst über den Jordan gegangen. Und uns ist auch schon ganz schlecht." Galgenhumor.

Der als Chefredakteur des Schwesterblatts Wienerin erfolgreiche Wollinger war im Sommer 1997 angetreten, den in die Jahre gekommenen Wiener zu retten. Unter seinem Vorgänger Wolfgang Höllriegl


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