Museum in der Schwebe

Museumslandschaft Was ursprünglich nur als Weltausstellungs-Pavillon gedacht war, ist mittlerweile das längstgediente architektonische Provisorium der Zweiten Republik: das "20er Haus", wie Karl Schwanzers Gebäude liebevoll genannt wird. Vor der Jahrtausendwende und vor dem Umzug der Sammlung ins Museumsquartier stellt sich die Frage, was mit dem Museum des 20. Jahrhunderts im 21. Jahrhundert geschehen soll.

Kultur | Vitus H.Weh | aus FALTER 48/99 vom 01.12.1999

Weltausstellung, Brüssel 1958. Das alles überstrahlende Symbol ist das Atomium: neun metallisch glänzende Kugeln, von Verstrebungen in der "Schwebe" gehalten. Als milliardenfache Vergrößerung eines Eisenkristalls zeigt der riesige Bau das Wechselspiel von molekularer Anziehung und Abstoßung und soll damit nicht zuletzt eine neue demokratische Weltordnung illustrieren. Ganz in der Nähe dieses Superzeichens hat auch Österreich seinen Pavillon errichtet: eine wuchtige Stahlkonstruktion, die dennoch schwebt. Wie eine Pilzhaube ruht der Baukörper auf zentralen Stützen - die Lichtregie trägt das ihrige zum Schweben bei.

Was dieser Auftritt Österreichs im Jahre 1958 bedeutete, ist auch heute noch leicht zu entschlüsseln: Obwohl oder gerade weil das Land eher mit dem Wiederaufbau und taumelnder Selbstfindung beschäftigt war, hatte man sich dafür entschieden, auf dieser Weltausstellung mit ihrem Millionenpublikum ein politisch selbstbewusstes Lebenszeichen zu setzen. Deutschland zum


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