Altherrenriege & Apathie

Kunstuniversität Bei der Rektorenwahl an der Angewandten stehen zwei Kandidaten und eine Kandidatin zur Auswahl. Das Ergebnis wird darüber entscheiden, ob die Ausbildungsstätte ihre neue universitäre Autonomie als Initialzündung für einen dringend notwendigen Innovationsschub nutzen kann.

Vitus H Weh | Kultur | aus FALTER 48/99 vom 01.12.1999

Die Wiener Hochschule für angewandte Kunst befindet sich gerade im Umbau zur autonomen Universität. Das ist einerseits viel Aufwand - alle Gremien werden umbenannt, alle Funktionen neu bestimmt und gewählt -, andererseits aber auch eine Chance, die Österreichs größte künstlerische Ausbildungsstätte (rund 1100 Studierende) zur Reform nutzen könnte.

Nötig wäre sie allemal: Spricht man von junger Kunst, wird gerne auf ihr Innovationspotenzial verwiesen - Kunst als Moderne-Motor sozusagen. Kurioserweise ist es jedoch so, dass man sich den Veränderungen der visuellen Kultur an den entsprechenden Ausbildungsstätten weitgehend verschließt und auf Vorschläge von außen nicht gerne hört. Schon gar nicht, wenn - wie jüngst im "Weißbuch zur Reform der Kulturpolitik" - schlicht die Zusammenlegung der beiden fast identischen Wiener Schulen gefordert wird.

Im Vergleich mit der kleineren Akademie der bildenden Künste am Schillerplatz nimmt sich die Angewandte derzeit allerdings eher etwas

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