Herrscher ohne Reich

Theater Phettberg als Bühnenfigur: Im Volkstheater wurde Franzobels Monolog "Hermes" uraufgeführt.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 48/99 vom 01.12.1999

Eigentlich dürfte diese Besprechung frühestens in 50 Jahren geschrieben werden. Erst wenn niemand mehr weiß, wer Hermes Phettberg ist, wird man die Qualität von Franzobels Phettberg-Monolog "Hermes" beurteilen können. Erst dann kann funktionieren, was der Autor jetzt schon für sein Werk beansprucht: Aus Hermes Phettberg wird eine Kunstfigur geworden sein (und vermutlich wird sich niemand vorstellen können, dass es ihn einmal wirklich gegeben hat).

Das Stück, das in der Buchausgabe (edition selene) noch "Phettberg. Eine Hermes-Tragödie" hieß, zeigt einen 157 Kilo schweren, 45 Jahre alten "abgewrackten, ausrangierten ehemaligen Star-Talkmaster", der in seiner "völlig mit Zeitungsstapeln und Plastiksakkerln überfüllten" Wohnung sitzt und vor sich hin monologisiert. Die weiteren Rahmenbedingungen sind weniger realistisch gestaltet: An der Wohnungstür bettelt der Krone-Adabei Michael Jeannee um Einlass, und über ganz Österreich ist eine Sintflut hereingebrochen ("Burgenland ist


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